Die Stadt Kolberg
Schulen
Domschule um 1300 genannt (um 1235 gegründet), seit 1378 Überwachungsrecht des Rates, 1477 neuer Vertrag zwischen Rat und Domkapitel besonders über Stellung und Besoldung der Lehrer. Domchor und Kurrendeschüler bis Anfang des 19. Jahrh., bis 1811 Gelehrtenschule. 1663 reformierte Schule vom Großen Kurfürsten gegründet, 1818 mit dem an Stelle der Domschule getretenen Lyzeum verbunden als Ratsschule, 1818-45 höhere Stadtschule für Knaben und Mädchen. Die Knabenabteilung der Ratsschule 1845 zur Realschule, 1847 höhere Lehranstalt. 1848 erstes Abiturientenexamen mit höherer Reife eines Realgymnasiums. Seit 1857 Dom- und Realgymnasium, seit 1859 / 60 in Neubau am Markt untergebracht und seit 1875 königliche (d.h. staatliche) Anstalt. 1932 Neubau. Seit Ostern 1937 Fortfall des humanistischen Gymnasiums. Domschule als Oberschule für Jungen.
1847 schied die Mädchenschule aus der Ratsschule als höhere Mädchenschule, wurde 1896 aus der Schlieffenstraße in die Augustastraße verlegt, entwickelte sich als höhere Lehranstalt (1909 anerkannt), seit 1911 Oberlyzeum mit Lehrerinnenseminar (Neubau 1914) und dann bis zur Gegenwart zum Städtischen Lyzeum nebst real-gymnasialer Studienanstalt. 1854 Vereinigung der von König Friedrich Wilhelm I. begründeten Garnisonschule mit der Bürgerschule. 1890 - 92 Umbau der Bürger-Mädchen- (Nettelbeck -) Schule in der Domstraße.1911 / 12 Neubau der Münder Schule. 1904 Eröffnung der Strandschule am Promenadenweg. Schillschule am ehemaligen Vikarienhof am Dom. -1939 8 Volksschulen. Handels- und Berufsschule.
Theater 13.8.1868 eröffnet, 1879 in städtischem Eigentum, seit Sommer 1935 auch in städtischer Verwaltung.
Kolberger Heimatmuseum In den Räumen des Lyzeums 1925 durch Dr. Otto Dibbelt gegründet, 1937 Museum im Schwibbogenhaus, Baustraße, für Stadt-, Vor- und Frühgeschichte (Leitung: Dr. Michailow). 1938 Nettelbeck-Museum in der Schlieffenstraße eröffnet.
In alter Zeit 3 vornehme Gilden der Sülzherren, Kaufleute, Brauer. Die Gewerke der Zünfte. Die Gem. der Ackerbürger und Tagelöhner. Die Vierwerke der Schuster, Schneider, Bäcker, Schmiede hervortretend. Die Zunft der freien Salzbergarbeiter unter dem Salzgrafengericht, je 3 Pfannen einen Meister, einen Sülzenschreiber, 1683 gedruckte Statuten, 1450 Salzkotenordnung der 36 benannten Salzkoten mit 224 Pfannstätten bis 1800. Der Aufstand der Zünfte unter Führung des Patriziers Jakob Adebar 1524 mißlang, Adebar enthauptet, Bürgerausschuß der 48 beseitigt. Der Große Kurfürst schuf Bürgervertretung der Fünfzehnmänner, durch Nettelbecks Einfluß auf 10 Bürgerrepräsentanten herabgesetzt bis zur Preuß. Städteordnung von 1808. Am 2.10.1809 die erste Wahl von Stadtverordneten und 11 unbesoldeten Ratsherren. Revidierte Städteordnung 1853.
Evangelisches Vereinshaus in der Wilhelmstr. 1887, Bootshaus für den Hansa-Ruderclub 1907. Tattersall 1912/13. Kolberger Verein für Heimatkunde 1925 gegründet (langjähriger Leiter: Dr. Otto Dibbelt). Verein ehemaliger Schüler des Dom- und Real-Gymnasiums 1924 gegründet. Jugendherberge 1930.
Kolberger Wochenblatt seit 1825, seit 1852 Zeitung für Pommern, seit 1933 NSDAP. Der Bote für Stadt und Land, später Volksbote, Kolberger Zeitung, seit 1859, hrsg. im Verlag C.F. Post (1825 gegründet, früher Lipski, Inh. zuletzt Janke). Die beiden letzten Zeitungen bis 19. Jahrh. Kolberger Tageblatt 1881-1933 (deutschnational). Monatsblätter des Kolberger Vereins für Heimatkunde, seit 1924. Haus- bzw. Heimatkalender seit 1912, neu hrsg. ab 1925, 1939 als Kolberger Jahrbuch. Nach 1945 von 1954 bis 1980 „Kolberger Zeitung" im Ostseeverlag Leichlingen / RhId., hrsg. v. Erich Müller.
Akten und Quellenbücher des Ratsarchivs seit 1901 meist im Staatsarchiv Stettin. - Kolberger Volksbücherei im Harderhaus(1927), mit 14 000 Bänden, unter Leitung von Rektor Th. Kempin.